Segelfliegen in Walldorf

Der Segelflug hat in Walldorf große Tradition. Als nach dem zweiten Weltkrieg 1950 das Flugverbot durch die Alliierten für die Bundesrepublik Deutschland aufgehoben wurde, fanden sich 1951 schnell die Walldorfer Flugsportler zusammen, gründeten den Aero-Club Walldorf und begannen mit dem Bau eines Segelfliegers. Dieser wurde 1952 in Dienst gestellt.
Heute hat die Abteilung Segelflug ca. 65 aktive Mitglieder und bietet neben der Segelflugausbildung auch Schnupperflüge für Luftsportbegeisterte an. Ein Höhepunkt im Jahr ist das über die Grenzen von Walldorf hinaus bekannte Flugplatzfest.

Hightech und Ursprung

Segelfliegen verkörpert wie kaum eine andere Disziplin im Luftsport die ursprünglichen Werte des Fliegens. Der lautlose Flug, nur durch die Kraft der Elemente getragen, im Aufwind, frei wie ein Vogel. Otto Lilienthal legte die Grundlage für die gesamte Luftfahrt mit seinen Konstruktionen von Gleitflugapparaten, orientiert an Beobachtungen des Vogelflugs. Mit viel Pioniergeist ist die Entwicklung in der Luftfahrt in den letzten Jahrzehnten fortgeschritten. Die Wasserkuppe in der hessischen Rhön war Anfang des 20. Jahrhunderts das Zentrum des Segelfluges, wo die unterschiedlichsten Konzepte von Segelflugapparaten, Starttechniken und Auftriebsnutzungen entwickelt wurden.

Segelfliegen Heute

Segelfliegen Heute

Der Reiz des Segelfliegens liegt im Zusammenspiel von Technik und dem direkten Kontakt mit der Natur. Die Flugzeugkonstruktionen haben sich im Laufe der Jahre deutlich verändert, verbessert und machen Segelfliegen somit immer attraktiver. Entstanden sind verschiedene Flugzeug-Klassen, die je nach Typ die unterschiedlichsten Leistungen bis hin zum Kunstflug zulassen. Die hohe Kunst des Segelfliegens ist der Streckensegelflug, bei dem Entfernungen von einigen hundert bis zu 2.000 Kilometer zurückgelegt werden können. Nur unter Ausnutzung der Energie, welche die Natur durch Aufwinde zur Verfügung stellt, werden entweder große Distanzen oder eine bestimmte Strecke in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt.

Teamsport Segelflug

Nicht ohne Grund wird der Segelflugsport in Vereinen betrieben. Vom Aushallen und Aufrüsten über das Schieben zum Startplatz, Windenstart oder Flugzeugschlepp bis hin zum Abbau und Einhallen – es bedarf einer geschulten Mannschaft, damit jeder Pilot in die Luft kommt. Gerade diese Gemeinschaft macht den Charakter des Segelfliegens aus - auch beim Aero Club Walldorf e.V.


Segelfliegen Lernen

Ausbildung..

Begonnen werden kann die Ausbildung mit 14 Jahren. Der Segelflugschein kann mit Vollendung des 16. Lebensjahres erworben werden. Ausgebildet wird im Aero Club Walldorf von ehrenamtlichen Fluglehrern, die ihre Schüler in die Welt des Luftsports einführen. Bei gesundheitlicher Eignung ist der Luftsport ein Hobby, welches bis ins hohe Alter betrieben werden kann. Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil, die jeweils mit einer Prüfung ihren Abschluss finden. Ebenso muss der Scheinaspirant ein Überlandflug über eine Distanz von 50 Kilometer absolvieren. Zu den sieben theoretischen Sachgebieten zählen unter anderem Navigation, Meteorologie, Technik, Luftrecht und Verhalten in besonderen Fällen. Der Flugschüler lernt die Grundlagen des Segelfliegens zuerst im Doppelsitzer unter Anleitung eines Fluglehrers. Ein großer Schritt ist im Anschluss daran der erste Alleinflug des Flugschülers. Der erste Flug ohne Fluglehrer ist für jeden angehenden Piloten ein ganz besonderes Erlebnis.

.. im Verein

Die Ausbildung im Verein ist üblicherweise etwas zeitintensiver, dafür bekommt man viele Extras geboten. Gemeinsamkeit und Geselligkeit stehen oben an, ebenso praxisorientiertes Handeln. Zudem stellt sie eine hervorragende Ergänzung zum Schulunterricht als fächerübergreifende Komponente dar. Mathematik, Physik, Erdkunde und Englisch – lernen leicht gemacht im Verein unter Gleichgesinnten jeglichen Alters. Nicht zu vergessen der positive Einfluss, den die Anforderungen der Segelfliegerei an den Jugendlichen stellen. Darunter fallen Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, Umsicht und Disziplin. Wer eine Segelfluglizenz erwirbt, hat eine Menge für sein Leben gelernt. Vieles davon hilft dem Jugendlichen in seinem beruflichen Werdegang. Abheben, die dritte Dimension hautnah erleben: Der Verein macht es, durch Mitarbeit und Engagement eines jedes einzelnen Mitglieds, kostengünstig möglich.

Vorraussetzungen

  • Mindestalter 14 Jahre
  • Tauglichkeitsuntersuchung durch einen Fliegerarzt
  • Zustimmung der gesetztlichen Vertreter bei Minderjährigen

Angebot in Walldorf

Unser Ausbildungsangebot umfasst unter anderem die Ausbildung zum Segelflugzeugführer SPL bzw. LAPL(S). Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen die Faszination unseres Luftsports näher bringen und Sie in unserem Verein zum Privatpiloten ausbilden könnten! Sprechen Sie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.

Kosten

Um es vorweg zu nehmen, die Fliegerei im Verein ist nicht so kostenintensiv, wie man es erwarten könnte. Der Segelflugschein kostet bei uns etwa 1.700 - 2.000 €, der Motorseglerschein etwa 2.500 - 3.000 €. Für Jugendliche unter 25 Jahren reduzieren sich die Kosten durch ein internes Zuschusssystem, d.h. der Flugschein für eine Person unter 25 Jahren liegt etwa bei 1.500 - 2.500 €. Im Vergleich zu einem Autoführerschein, der heute fast 2.000 € kostet ist das nicht zu viel. Später, wenn man den Flugschein erworben hat, belaufen sich die Kosten je nachdem wie intensiv man fliegt.

Mehr Erfahren

Kommen Sie doch einfach einmal bei uns auf dem Flugplatz in Walldorf vorbei. Samstags sind wir ab ca. 12.00 Uhr oder sonntags ab 10.00 Uhr anzutreffen.
Für Rückfragen steht Ihnen die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerne zur Verfügung.

Ablauf

Die gesamte Segelflugausbildung bis zum Flugschein - aufgeteilt in drei Ausbildungsabschnitte - dauert je nach vorhandener Zeit und praktischen Können 1 bis 3 Jahre - die ersten Alleinflüge führt man bereits nach etwa einem halben Jahr durch! Nach einer theoretischen und praktischen Prüfung erhält man seinen "Segelflugschein".
Wer sich noch nicht gleich festlegen möchte, kann zuerst einen Gastflug oder ein Schnupperwochenende mitmachen.
In den Wintermonaten fliegen wir Wetterbedingt nicht regelmäßig, sondern kümmern uns auch um unsere Flugzeuge, Gebäude und andere Hilfsmittel wie Fahrzeuge - auch der theoretische Unterricht für die Flugschüler findet statt. Theorie in den Fächern Technik, Meteorologie, Navigation, Luftrecht, menschlichem Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen stehen auf dem Stundenplan.

Ausbildung Segelflug 1

1. Ausbildungsabschnitt

Nach einer ersten Bodeneinweisung beginnt die fliegerische Ausbildung mit den ersten Schulstarts auf unserem Doppelsitzer TWIN III. Die ersten Starts dienen dabei dem sich vertraut machen mit dem Element "Luft", dem Bedienen der Ruder und den daraus resultierende Bewegungen des Flugzeuges um seine Achsen, sowie der Orientierung in der Flugplatznähe aus der Vogelperspektive. Wird der Geradeaus- und Kurvenflug beherrscht, werden in rascher Folge die Steuertechniken beim Flugzeugschlepp, die Höheneinteilung beim Landeanflug und die sanfte Landung erlernt. Gelingen die Flugübungen mit einer konstanten Sicherheit, überprüft dieses noch einmal ein zweiter Fluglehrer. Sollte auch er sein Einverständnis geben, folgen die wohl aufregendsten Momente im Leben eines Fliegers, die ersten 3 Alleinflüge (A-Prüfung). Die Alleinflüge erfolgen auf dem gleichen Doppelsitzer, auf dem auch schon vorher mit dem Fluglehrer geflogen wurde. Erfahrungsgemäß sind etwa 30 bis 50 Starts im Segelflugzeug notwendig, um das erste Mal allein gen Himmel zu steigen. Diese Zahl ist natürlich individuell verschieden. Jüngere Flugschüler brauchen im allgemeinen weniger Starts, ältere einige mehr.

2. Ausbildungsabschnitt

Es folgen nun weitere Alleinflüge, bei denen die Kenntnisse gefestigt werden. Parallel dazu erfolgen immer noch Flüge mit dem Fluglehrer, in denen die Anforderungen gesteigert werden. Die Kreise erfolgen nun steiler, es wird der Schnellflug gezeigt, Kreisflüge stationär und wechselnd müssen geübt werden. In diesen Ausbildungsabschnitt fällt auch die Umschulung auf die einsitzigen Segelflugzeuge. Abgeschlossen wird dieser Teil mit der "B"-Prüfung. Zum Erlangen der "C"-Prüfung wird weiteres Wissen in Theorie und Praxis vermittelt. Im Vordergrund stehen dabei das Fliegen im thermischen Aufwind. Weiter werden das Erfliegen von Kompasskursen und Grenzflugzustände demonstriert.

3. Ausbildungsabschnitt

Dieser Abschnitt gibt dem Flugschüler sozusagen den „Feinschliff“ auf dem Weg zur Prüfung. Er beinhaltet die Vorbereitung auf Überlandflüge. Mit einer navigatorischen und einer meteorologischen Überlandflugeinweisung wird das Fliegen außerhalb der eigenen Flugplatzumgebung gezeigt. Dazu gehören auch noch drei Landungen auf einem fremden Flugplatz. Sind alle diese Dinge erfolgreich und sind auch parallel zur praktischen Ausbildung die theoretischen Kenntnisse erlernt worden, steht dem erfolgreichen Bestehen der theoretischen und praktischen Luftfahrerscheinprüfung nichts mehr im Wege. Zwischen der theoretischen und der praktischen Prüfung wird auch die „Kür“, ein mindestens 50km weiter Streckenflug absolviert.